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Befahrungsregeln Rur: wann, wo und mit welcher Anmeldung du paddeln darfst

3. August 2026 · 8 Min. Lesezeit

Die Rur zwischen Heimbach und Obermaubach ist einer der schönsten Anfängerflüsse in Nordrhein-Westfalen. Sie ist aber kein Gewässer, auf das man einfach so ein Boot setzt. Es gibt feste Zeiten, eine mehrmonatige Sperrzeit, eine Anmeldepflicht, eine Karte, die sichtbar am Boot sein muss, ein Tageskontingent an Booten und eine Regel dazu, wer überhaupt fahren darf. Wir befahren diesen Abschnitt seit 1990 und erklären hier, was gilt.

Stand dieser Übersicht: August 2026. Regeln und Gebühren können sich ändern. Verbindlich ist immer die Auskunft des Kanu-Verbandes Nordrhein-Westfalen.

Die Kurzantwort

Befahrbar ist die Rur von Heimbach bis Obermaubach vom 15. Juli bis zum 28. Februar, tagsüber und nur bei ausreichendem Wasserstand. Vom 1. März bis zum 14. Juli ist der Fluss gesperrt. Jede Fahrt muss vorher beim Kanu-Verband NRW angemeldet werden, und du brauchst eine Kennzeichnungskarte, die während der ganzen Fahrt sichtbar am Boot bleibt. Ein Boot mit ein bis zwei Personen kostet 7 Euro. Flöße, Schlauchboote und Stand-Up-Boards sind verboten, aufblasbare Kajaks dagegen erlaubt. Und: Ungeübte dürfen nur in einer fachkundig geleiteten Gruppe fahren.

Wann du fahren darfst

Die erlaubten Zeiten hängen an der Jahreszeit:

  • 15. Juli bis 30. September: 9 bis 19 Uhr
  • 1. Oktober bis 28. Februar: 9 bis 18 Uhr
  • 1. März bis 14. Juli: gesperrt, keine Befahrung

Die Sperrzeit im Frühjahr dient dem Naturschutz, konkret der Vogelbrut in der Ruraue. Sie ist keine Empfehlung, sondern eine Vorschrift, und sie ist der Grund, warum die Rur-Saison hier so viel später beginnt als auf anderen Flüssen.

Ein Hinweis aus der Praxis, der in keiner Verordnung steht: Auch wenn die Rur rechtlich bis Ende Februar befahrbar ist, finden geführte Touren bei uns typischerweise nur bis Mitte Oktober statt. Danach kommen schlicht zu wenige Anfragen zusammen. Wer im Winter aufs Wasser will, ist auf dem Staubecken Heimbach besser aufgehoben.

Der Wasserstand entscheidet mit

Befahren werden darf nur, wenn genug Wasser im Fluss ist. Konkret heißt das: Aus dem Staubecken Heimbach müssen mindestens 7 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgelassen werden, oder der Wasserstand an der Bruchsteinbrücke in Heimbach erreicht die grüne Pegelmarkierung.

Prüfen kannst du das über den Pegeldienst des Kanu-Verbandes NRW. Das lohnt sich vor jeder selbst organisierten Fahrt, besonders in trockenen Sommern. Bei zu wenig Wasser ist die Fahrt nicht erlaubt, unabhängig davon, ob du angemeldet bist.

Anmeldung und Kennzeichnungskarte

Jede Fahrt muss vorher beim Kanu-Verband NRW angemeldet werden, mit Datum, Anzahl der Boote und Personen sowie dem Namen des Veranstalters oder Vereins. Die Anmeldung läuft online über kanu-nrw.de, in Ausnahmefällen telefonisch.

Vor Antritt der Fahrt holst du deine Kennzeichnungskarte ab. Sie muss während der gesamten Fahrt deutlich sichtbar sein. Ausgabestellen:

  • Juli bis September: Donnerstag bis Sonntag im Wohnwagenbüro an der Holzbrücke in Heimbach
  • Oktober: nur samstags, sonntags und am Tag der Deutschen Einheit
  • An allen anderen Tagen: im Büro des Rureifel Tourismus in Heimbach, An der Laag 4

Was es kostet

Die Gebühr richtet sich nach der Bootsgröße, nicht nach der Strecke. Bis 16 Jahre und für Mitglieder des Deutschen Kanu-Verbandes gilt jeweils die Hälfte.

  • Boot mit 1 bis 2 Personen: 7,00 Euro
  • Boot mit 3 bis 4 Personen: 14,00 Euro
  • Boot mit 5 bis 6 Personen: 21,00 Euro
  • Boot mit 7 bis 8 Personen: 28,00 Euro
  • Boot mit 9 bis 10 Personen: 35,00 Euro

Vom 1. November bis Ende Februar fallen keine Gebühren an. Angemeldet werden muss die Fahrt in diesem Zeitraum trotzdem, telefonisch. Wenn du eine angemeldete Fahrt wieder abmeldest, können Stornogebühren anfallen.

Nicht verwechseln: Diese Gebühr gilt für den Fluss. Für die Stauseen brauchst du zusätzlich eine Bootsplakette des Wasserverbands Eifel-Rur, und dabei sind es zwei verschiedene:

  • Rursee und Staubecken Heimbach teilen sich eine Plakette. Eine gilt also für beide Gewässer. Preise, Gültigkeit und Ausgabestellen stehen in unserem Beitrag zum Kanufahren auf dem Rursee.
  • Das Staubecken Obermaubach hat eine eigene Plakette. Sie gibt es am Kiosk an der Staumauer in Obermaubach, sie gilt vom 1. April bis 31. Oktober und kostet 15 Euro im Monat oder 30 Euro für die Saison. Tagesplaketten gibt es dort nicht mehr.

Für die reine Durchfahrt auf einer Rurbefahrung ab Heimbach brauchst du die Obermaubach-Plakette nicht, dafür gilt die Regel weiter unten. Wer dort aber paddeln statt durchfahren will, braucht sie.

Wer fahren darf, und wer nicht allein

Das ist die Regel, die am häufigsten übersehen wird, und sie ist die wichtigste in diesem ganzen Text: Ungeübte Fahrer dürfen die Rur nur in einer fachkundig geleiteten Gruppe befahren. Der Gruppenleiter muss dabei unter Angabe seiner Qualifikation im Kanusport benannt werden.

Im Klartext: Wer noch nie oder kaum gepaddelt ist und die Strecke nicht kennt, darf hier nicht auf eigene Faust starten. Die Rur ist zwar Anfängerrevier, aber sie hat Schwälle, Kehrwasser und kleine Stromschnellen, und sie führt durch ein Naturschutzgebiet mit Zonen, die man kennen muss. Der Kanu-Verband NRW verlangt deshalb Ortskenntnis und Paddelerfahrung, oder eben eine geführte Gruppe.

Wir halten uns aus demselben Grund an eine eigene Regel: Boote für die Rur geben wir nur an Stammkunden aus, die die geführte Tour schon mit uns gefahren sind und die Strecke kennen. Wer zum ersten Mal auf die Rur will, fährt bei uns geführt. Das ist keine Verkaufsmasche, sondern die Umsetzung genau dieser Vorschrift.

Welche Boote erlaubt sind

Erlaubt sind Kajaks und Kanadier, und zwar ausdrücklich auch aufblasbare Kajaks. Verboten ist das Befahren der Rur mit Flößen, Schlauchbooten und Stand-Up-Boards.

Häufige Frage dazu: Was ist mit einem Packraft? Verboten ist es nicht, wir raten aber davon ab. Die Rur wird streckenweise sehr flach, und genau da spielt ein Packraft seine Schwächen aus: Es sitzt hoch auf dem Wasser, hat kaum Kiel und lässt sich in flachen, schnellen Passagen schlecht auf Kurs halten. Ein Kajak, ob hart oder aufblasbar, kommt dort deutlich besser durch. Wer trotzdem mit dem Packraft fahren will, sollte die Strecke kennen und den Pegel im Blick haben.

Im Übrigen gilt die Verordnung über das Naturschutzgebiet Ruraue vom 29. November 2000.

Kontingente: warum ein Samstag ausgebucht sein kann

Die Zahl der Boote pro Tag ist begrenzt, und zwar deutlich:

  • 15. Juli bis 31. Oktober: maximal 100 Boote je Werktag, 120 Boote je Samstag, Sonntag oder Feiertag
  • 1. November bis 28. Februar: bis zu 20 Boote pro Tag

An schönen Sommerwochenenden ist dieses Kontingent tatsächlich voll. Wer am Samstag fahren will, sollte sich also früh anmelden und nicht davon ausgehen, dass am Morgen noch etwas frei ist.

Unterwegs: Pausen und Schutzzonen

Die Fahrt ist, abgesehen von kurzen Zwischenstopps, ohne größere Unterbrechungen durchzuführen. Rasten darfst du ausschließlich an den Anlegestellen in Blens, Abenden und Zerkall. In Blens gibt es keinen Winterdienst. Das ist übrigens die Stelle, an der wir auf unserer geführten Tour die Pause machen.

Das Staubecken Obermaubach darf im Rahmen einer Rurbefahrung ab Heimbach einmal durchfahren werden. Dabei sind die Schutzzonen für Wasservögel unbedingt zu meiden. Sie sind am linken Ufer mit grünen und am rechten Ufer mit roten Tonnen begrenzt, weitere Zonen sind mit Bojen markiert. Diese Bereiche dürfen nicht befahren werden.

Parken und Anreise

Beim Abstellen von Fahrzeugen und Anhängern gilt die Straßenverkehrsordnung. Die Parkplätze am Nationalpark-Infopunkt in Zerkall dürfen nur innerhalb der ausgewiesenen Flächen genutzt werden. Ein weiterer Parkplatz liegt etwa 200 Meter von der Anlegestelle entfernt, auf der linken Seite der Straße Richtung Zerkall.

Der praktischste Weg ist ohnehin die Bahn: Auto in Zerkall parken, mit der Rurtalbahn hoch nach Heimbach fahren und zurück zum Auto paddeln. Aktuelle Fahrpläne stehen bei der Rurtalbahn.

Was die geführte Tour davon abnimmt

Wenn du mit uns fährst, brauchst du dich um nichts davon zu kümmern. Anmeldung beim Kanu-Verband, Kennzeichnungskarte, Kontingent, Pegelprüfung und die Frage, ob die Bedingungen an dem Tag passen, machen wir. Dazu kommen Boot, Paddel, Schwimmweste und die Einweisung.

Unsere geführte Rur-Tour startet um 11:15 Uhr, geht über 14 Kilometer von Heimbach nach Zerkall und dauert insgesamt rund viereinhalb Stunden, davon zweieinhalb bis drei Stunden auf dem Wasser. Ein Wehr musst du nicht umtragen. Mindestalter ist 9 Jahre. Termine findest du auf der Buchungsseite.

Häufige Fragen

Darf man auf der Rur einfach so paddeln?

Nein. Du brauchst eine vorherige Anmeldung beim Kanu-Verband NRW, eine sichtbare Kennzeichnungskarte, ausreichend Wasserstand und einen Termin außerhalb der Sperrzeit vom 1. März bis 14. Juli. Ungeübte dürfen zusätzlich nur in einer fachkundig geleiteten Gruppe fahren.

Was kostet die Befahrung der Rur?

7 Euro je Boot mit ein bis zwei Personen, gestaffelt nach Bootsgröße bis 35 Euro bei neun bis zehn Personen. Bis 16 Jahre und für DKV-Mitglieder die Hälfte. Von November bis Ende Februar ist die Befahrung gebührenfrei, aber weiterhin anmeldepflichtig.

Wann ist die Rur gesperrt?

Vom 1. März bis zum 14. Juli, aus Naturschutzgründen.

Darf ich mit einem Schlauchboot oder SUP auf die Rur?

Nein. Flöße, Schlauchboote und Stand-Up-Boards sind verboten. Aufblasbare Kajaks sind dagegen erlaubt.

Kann man auf der Rur Packraft fahren?

Verboten ist es nicht, empfehlenswert aber auch nicht. Die Rur wird streckenweise sehr flach, und ein Packraft liegt dafür zu hoch und zu wenig auf Kurs. Mit einem Kajak, auch einem aufblasbaren, macht die Strecke deutlich mehr Freude.

Wie viele Boote dürfen pro Tag fahren?

Von Mitte Juli bis Ende Oktober 100 Boote an Werktagen und 120 an Wochenenden und Feiertagen. Von November bis Februar 20 Boote pro Tag.

Wo darf ich unterwegs Pause machen?

Nur an den Anlegestellen Blens, Abenden und Zerkall. Ansonsten ist die Fahrt ohne größere Unterbrechungen durchzuführen.

Kurz gesagt

Die Rur ist kein Fluss, auf dem man spontan ein Boot ins Wasser lässt. Wer die Regeln kennt und die Strecke schon gefahren ist, kann sich selbst anmelden und losfahren. Für alle anderen ist die geführte Tour nicht nur der bequemere, sondern auch der vorgeschriebene Weg. Wenn du unsicher bist, ob deine Erfahrung reicht, frag uns einfach, wir sagen dir ehrlich, was für dich passt.

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